Niemand muss Ihr Gepäck durchchecken, wenn Sie auf zwei getrennten Buchungen fliegen. Durchchecken heisst: das Gepäck zu Hause etikettieren und bis ans andere Ende der Reise schicken. Auf zwei Tickets schuldet Ihnen das keine Airline, nicht die erste, nicht die zweite, und ein Interline-Abkommen zwischen beiden, die laufende Vereinbarung, mit der Airlines einander Gepäck übergeben, ändert daran nichts.
Planen Sie damit, das Gepäck selbst zu holen, kostet es Sie eine Stunde am Startflughafen. Planen Sie mit einem Ja am Schalter, kann es Sie die Langstrecke kosten.
Die Regel bei einem Ticket und bei zwei
Auf einem Ticket geht das Gepäck bis zum Endziel, sofern alle Airlines der Buchung ein Gepäck-Interline-Abkommen miteinander haben. Das ist der Normalfall.
Auf zwei Tickets ist niemand zu irgendetwas verpflichtet. Das Abkommen regelt Gepäck auf einer gemeinsamen Reise, und zwei Buchungen sind keine gemeinsame Reise. American Airlines veröffentlicht das als ausdrückliche Regel, und diese Haltung ist typisch und nicht besonders streng.
Der Standardplan lautet also: Gepäck abholen, den Sicherheitsbereich verlassen, bei der zweiten Airline einchecken, erneut durch die Sicherheitskontrolle.
Am Schalter entscheidet ein Mensch
Manche Mitarbeitende checken auf zwei Tickets durch, wenn Sie beide Buchungen zeigen, die Airlines ein Abkommen haben und der Anschluss bequem ist. Manche lehnen grundsätzlich ab. Dieselbe Airline sagt in einer Stadt ja und in einer anderen nein, denn die Abfertigung liegt häufig bei einem Dienstleister mit eigenen Regeln.
Fragen Sie, nehmen Sie die Antwort, und bauen Sie nie eine Reise, die nur mit einem Ja funktioniert.
Handgepäck, oder eine Nacht in der Startstadt
Nur Handgepäck beseitigt das Problem vollständig: kein Abholen, keine Grenzkontrolle, kein erneutes Aufgeben. Auf einer kurzen Premium-Reise ist das eher machbar, als es klingt.
Eine Übernachtung in der Startstadt kommt auf einem anderen Weg dorthin: Sie schlafen ohnehin dort, und das Gepäck wird morgens frisch aufgegeben.
Wenn es am selben Tag sein muss, kaufen Sie Zeit. Landen, auf Gepäck warten, durch die Grenzkontrolle, zu den Abflügen laufen, einchecken und erneut durch die Sicherheitskontrolle ist an einem grossen Flughafen an einem schlechten Tag eine Übung von drei Stunden. Ein Plan mit neunzig Minuten ist keiner.
Zwei Tickets heisst zwei Freigrenzen
- Ein günstiger kontinentaler Zubringer in Economy enthält vielleicht gar kein aufgegebenes Gepäck, oder eines gegen Gebühr.
- Das Business-Ticket auf der Langstrecke enthält zwei grosszügige Stücke.
- Ihr Status erhöht die Freigrenze auf den Flügen, die er abdeckt, nach den Regeln der durchführenden Airline.
Ein Gepäckstück, das auf der Langstrecke gratis fliegt, kostet auf dem Zubringer Geld. Bepreisen Sie den Zubringer deshalb mit Gepäck, wenn Sie die Summe aus zwei Tickets gegen ein einzelnes Ticket von zu Hause stellen. Ein Zubringer für 60 Franken mit 45 Franken Gepäck pro Richtung ist kein Zubringer für 60 Franken.
Wenn das Gepäck nicht ankommt
Verpasst das Gepäck den ersten Flug, ist es das Problem der ersten Airline, und die weiss nichts von Ihrem Weiterflug. Melden Sie es bei der Airline, die das Gepäck transportiert hat, behalten Sie den Gepäckbeleg, und erwarten Sie nichts von der zweiten Airline, die es nie gesehen hat.
Zwei Buchungen teilen die Ersparnis und die Verantwortung, und Sie behalten die Hälfte, die niemand anders wollte. Die Seite mit dem verpassten Anschluss steht in Getrennte Tickets: Anschluss verpasst, wer zahlt.
